972 wurde „Hagenhuli“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf hatte in seiner wechselvollen Geschichte viele Herrscher, darunter das Adelsgeschlecht von Hagenhüle (1120 wurde ein „Fritele von Haginhule“ genannt (von Burg Hagenhill)), im 14. Jahrhundert die Altmannsteiner Pfleger Geben und die Pförringer, bis 1438 die Abensberger, dann die Egloffsteiner und ab 1557 die Muggenthaler. Ein Schloss ist noch auf einer Karte von Philipp Apian von 1568 eingetragen. In der Zeit nach 1400 war Hagenhill eine Hofmark, die zum Schloss Hexenagger gehörte; im 17. Jahrhundert wurde sie an den Kurfürsten von Bayern zurückgegeben.

Das Dorf wurde mehrmals gebrandschatzt, 1446 durch die Nürnberger und in den Jahren 1632, 1633 und 1648. 1676 wohnten nur noch 98 Menschen im Dorf; 1830 war die Zahl in 54 Höfen auf 235 angewachsen. 1791 wurde die Krämerin Johanna Fischer von Hagenhill wegen Ermordung ihres zweiten Ehemannes in Abensberg hingerichtet. 1939 wohnten 420 Menschen in Hagenhill.

In früheren Zeiten wurde im Tagabbau Eisenerz gewonnen.

Am 1. Juni 1928 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Schwabstetten eingegliedert.

Luftbild Hagenhill

In den 1960er Jahren wurde eine Flurbereinigung durchgeführt. 1967 wurde das Dorf durch die Siedlung am Limes erweitert. Bei der bayerischen Gebietsreform kam Hagenhill am 1. Juli 1972 aus dem aufgelösten oberpfälzischen Landkreis Riedenburg in den oberbayerischen Landkreis Eichstätt. Am 1. Mai 1978 erfolgte die Eingemeindung in den Markt Altmannstein.

Der deutsche Limes

Durch Hagenhill führt der 170 bzw. 155 km lange Radwanderweg Via Raetica, der der historischen Via Raetia folgt. Durch den Ort führt auch der Deutsche Limes-Radweg, dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein bis Regensburg an der Donau. Auch die Deutsche Limes-Straße und der Limeswanderweg verlaufen durch Hagenhill.


Pfarrkirche

St. Peter & Paul
St. Peter & Paul

Die katholische Pfarrkirche am Ortsrand, die St. Peter und Paul geweiht ist, wurde unter Verwendung des Turms der Vorgängerkirche 1888 neu erbaut und war neuromanisch (europäischer Kunststil des 19. Jahrhunderts) ausgestattet. Sie birgt ein Gemälde der Anbetung der Heiligen Drei Könige aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. Auf der Nordseite befinden sich zwei Grabsteine der Geben und Pförringer.

Peter und Paul (Hl. Petrus und hl. Paulus) ist die Bezeichnung des Festes der Apostel Petrus und Paulus. Das Fest wird am 29. Juni in der römisch-katholischen Kirche gefeiert und hat dort den Rang eines Hochfestes. Die älteste Feier dieses Gedenkens ist aus dem Jahr 354 belegt.

Aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung für die Kirche werden beide Heiligen zuweilen auch mit der ehrenvollen Bezeichnung „Apostelfürst“ (lateinisch princeps apostulorum, von princeps ‚der Erste, Führer, Fürst‘) bezeichnet.


Das Glockenspiel der Pfarrkirche Hagenhill ist von hohen historischen Denkmalwert, denn es vereint Glocken aus einem Zeitraum von rund 700 Jahren. Zum anderen verdient es aber auch unter musikalischen Gesichtspunkten Beachtung. Vier sehr unterschiedliche Glocken mit ganz individuellen Klangbildern ergänzen sich zu einem spannungsreichen Geläut. Der Tonumfang der Schlagtöne reicht bis zu eineinhalb Oktaven. Dieses Geläut zeigt somit in seinem Altbestand zweifelsfrei, dass die Glocken in früheren Jahrhunderten vornehmlich einzeln geläutet wurden. Eine Abstimmung untereinander, den heutigen Gepflogenheiten entsprechend, war daher nicht notwendig.

Diese vier Glocken läuten in der Pfarrkirche zu den Gottesdiensten:

  • Christus- und Marienglocke – Schlagton e’ ,Gewicht 1.070 kg, Durchmesser 1.220 mm, Jahr: 1960
  • Petrusglocke – Schlagton g’; Gewicht 460 kg, Durchmesser 920 mm, Jahr: 1690
  • Evangelistenglocke – Schlagton f”, Gewicht 170 kg, Durchmesser 660 mm, Jahr: ca. 1500
  • Kleine Glocke – Schlagton ~h”, Gewicht 50 kg, Durchmesser 440 mm, Jahr: ca. 1200

Historie

554 Erste namentliche Erwähnung Hagenhill
1070 Das Dorf Hagenhule wurde nach Geisenfeld umgepfarrt
Um 1120 Erbau der ersten Kirche 
1325 Hagenhill wird dem Dekanat Pförring zugeordnet
1414 Auf dem Kirchhof war eine Kapelle der hl. Drei Könige erbaut, die Gebrüder von Geben stifteten eine Ewigmesse. Es musste 6-mal pro Woche ein Gottesdienst gehalten werden.
1854 wurde die erste Orgel angeschafft
Bis 1859 gehörte St, Katharina v. Altmannstein zur Pfarrei Hagenhill.
1885 wurde die alte Kirche abgerissen. Zur alten Kirche führten Stufen hinunter. Die Kirche stand deshalb im Winter oder bei Regenzeiten öfter unter Wasser. Die Altäre wurden für 100 Mark an Offendorf verkauft.
1887 2. Mai Grundsteinlegung für die neue Kirche. Ein Teil des alten Turmes wurde integriert. Die neue Kirche wurde im nazarener Stil gebaut. Die Gläubigen leisteten viele Hand- und Spanndienste. Außerdem ist niedergeschrieben, dass die Hagenhiller sehr spendenfreudig waren.
1888 Am 16. April wurde die Kirche zu Ehren der Heiligen Petrus und Paulus geweiht.
1891 wurden die neuen Seitenaltäre angeschafft
1901 wurde die Turmuhr angeschafft
1903 Abbruch des alten Pfarrhofes und Neubau 
1903 7. Mai Konsekration der Kirche und erste Firmung
1904 Anschaffung einer neuen Orgel
1906 Gründung des christlichen Bauernvereins
1907 Gründung des christlichen Burschenvereins
1920 Einweihung des Kriegerdenkmales
1968/69 Innenrenovierung unter Pater Urbasek und Schneider. Abbruch der Seitenaltäre, neuer Altartisch. Die östlichen Kirchenfenster stellen die Kirchenpatrone Petrus und Paulus dar.
1977 Renovierung Kirchendach, Einbau Heizung, Neubau Empore; Einbau neue Orgel, Neues Kriegerdenkmal.

Priester aus Hagenhill:
1902 Primiz Jakob Feigl
1925 Primiz Dyonisius Daller


Hier finden Sie aktuelle Nachrichten aus den Pfarreien:


Bruderschaft in Hagenhill

Herz-Jesu-Bruderschaft