Orts- und Pfarrgeschichte von Sollern 

Der kleine Ort „Solarn“ wird im Jahr 1027 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name soll von einer Sonnenuhr (lateinisch Solarium) oder von einem „Söller“ (Platz an der freien Sonne) herrühren. Wegen der Lage am Limes und an der Schambach dürfte es aber schon früher eine Ansiedlung gegeben haben.
Bereits im 11. Jahrhundert dürfte eine erste Kirche aus Stein in Sollern errichtet worden sein. Bei mehreren Sanierungen der heutigen Kirche wurden romanische und gotische Mauerreste gefunden und dokumentiert. Als Besitzer von Sollern sind genannt „Jakob der Hinzenhauser“ (1356), Niklas von Abensberg (1437) und die Herren von „Hechsenagger“ (1458).
Im 30-jährigen Krieg kam es 1446 auch in Sollern zu Brandschäden und Plünderungen. Große Wohltäter von Sollern waren die Adeligen der „Muggenthaler“. Im Altarraum der Pfarrkirche befindet sich ein prächtiger Renaissance-Epitaph mit einer Grabplatte für Johann Wolfgang von Muggenthal (+1616) und Polyzena von Muggenthal (+1658).

Mit dem Neubau der barocken Pfarrkirche von Sollern auf den Resten einer mittelalterlichen Vorgängerkirche wurde 1698 begonnen; die endgültige Fertigstellung war im Jahr 1717. Die Innenausstattung mit den Altären erfolgte erst ca. 20 Jahre später. Bemerkenswert sind die acht großen Passionsbilder im Kirchenschiff (ca. 1720). Aus der Vorgängerkirche stammt die Madonna mit dem Kind (ca. 1480). Auf Betreiben des damaligen Pfarrers Johann Georg Spring in Khlee wurde die Skapulier-Bruderschaft „Unserer Lieben Frau vom Berge Carmel“ im Jahr 1702 gegründet. In den Jubiläumsjahren 1802, 1902 und 2002 wurde das Skapulierfest besonders groß gefeiert.
Die Pfarrkirche in Sollern war der größte Kirchenbau in der Umgebung. Noch 1859 gehörten die Gemeinden Altmannstein, Berghausen, Hattenhausen, Neuenhinzenhausen, Mendorf und Steinsdorf sowie viele Weiler und Einödhöfe zur Pfarrei Sollern.

In den Jahren 1876 bis 1878 wurde der Pfarrhof in Sollern erneuert. Zum Pfarrhof gehörten auch viele landwirtschaftliche Gebäude, die erst Mitte des vorigen Jahrhunderts abgebrochen wurden. Im Rahmen einer Kirchenrenovierung erfolgte 1901 der Einbau einer Kirchenorgel.
Die erste Marienkapelle im Liebfrauental bei Sollern wurde 1925 durch den damaligen Mesner Franz Xaver Betschart auf Privatgrund errichtet.
Der Ort Sollern war früher eine eigenständige Gemeinde, zu der auch ein Teil von Neuenhinzenhausen gehörte, nämlich „Viermühlen“. Im Jahr 1929 wurde Sollern dann nach Neuenhinzenhausen eingemeindet.
Im Jahr 1948 stiftete die Familie Wagner aus Neuenhinzenhausen (Sägewerk und Ökonomie) vier neue Glocken für die Pfarrkirche Sollern.
1949 baute Klaus Meyer eine kleine Gastwirtschaft in Sollern, die „Klause“.  Die Familie Tratner übernahm die „Sollerner Klause“ im Jahr 1956 und errichtete 1962 einen ca. 120 qm großen Festsaal mit Fremdenzimmern im Obergeschoß. Legendär sind die vielen Faschingsbälle, Starkbierfeste, Hochzeiten und Tanzveranstaltungen in der Klause sowie der herrliche Biergarten. Nach mehreren Eigentümerwechseln wurde die Klause 2019 geschlossen.

Eine weitere Renovierung der Sollerner Kirche fand 1959 bis 1961 statt; 1964 wurde die neue Kubak-Orgel angeschafft und eingeweiht. Durch die Gemeinde-Gebietsreform wurde auch Sollern am 1. Januar 1972 ein Teil der Marktgemeinde Altmannstein. Eine umfassende Außenrenovierung der Pfarrkirche Sollern erfolgte 1978 unter der Regie von Pfarrer Hubert Kellner (Baumeister-Pfarrer). Dabei wurde auch der kirchliche Friedhof mit viel Eigenleistung der Gläubigen gründlich saniert. Auch eine Bankstrahler-Heizung wurde in der Kirche eingebaut.

Vom 1979 gegründeten Gartenbauverein Sollern-Neuenhinzenhausen wurde angeregt, die Marien-Kapelle im Liebfrauental neu zu errichten.   Dies wurde bereits 1980 in die Tat umgesetzt. Unter großer Beteiligung der Vereinsmitglieder wurde eine prächtige Kapelle in Holzbauweise errichtet. Am Pfingst-Samstag 1982 brannte die Kapelle aus ungeklärten Gründen vollständig nieder. 1982 erfolgte der Kirchenverwaltungs-Beschluss, die Marien-Kapelle in Massiv-Bauweise wieder zu erstellen. Auch dieses Mal beteiligten sich wieder viele freiwillige Helfer, sodass die feierliche Einweihung bereits im Oktober 1983 stattfinden konnte. Die Erweiterung des kirchlichen Friedhofes in Sollern wurde notwendig, weil keine freien Grabplätze mehr vorhanden waren. Diese Maßnahme wurde in den Jahren 1982 bis 1984 ebenfalls unter großer Mithilfe der Gläubigen in die Tat umgesetzt.

Im Rahmen der Städtebau-Förderung erfolgte 1995 bis 1997 die General-Sanierung und der Umbau des historischen Pfarrhofes von Sollern mit Kosten von knapp 1,1 Millionen DM. Im Erdgeschoß wurden unter anderem zwei Gruppenräume geschaffen und im Obergeschoß zwei Wohnungen. Die Zuschüsse des Freistaates Bayern, der Marktgemeinde Altmannstein und der Diözese Regensburg betrugen insgesamt 668.000 DM. Ebenfalls 1997 fand die letzte feierliche Dekanatswallfahrt des Dekanates Riedenburg in Sollern statt. Festprediger war Bischof Walter Mixa aus Eichstätt.
Die nächste Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche wurde in den Jahren 2000 – 2002 durchgeführt. Unter anderem wurden auch Volksaltar, Ambo und Osterkerzen-Leuchter erneuert. Der Abschluss der Maßnahme wurde zusammen mit dem 300-jährigen Jubiläum der Skapulierbruderschaft groß gefeiert.

Seit 2010 gehört die Pfarrei Sollern zum Pfarrverband Altmannstein. Die nächsten Maßnahmen waren in den Jahren 2016 und 2017 die Neu-Eindeckung der Kirchhof- und Friedhofmauer und die Neupflasterung des kirchlichen Friedhofs sowie im Jahr 2020 die Innen-Sanierung des Leichenhauses. Für 2021 bzw. 2022 ist die Überholung und ggf. Erweiterung der Kirchen-Orgel in Planung.


Historie

1027 erstmalige urkundliche Erwähnung von „Solarn“                                                      
1037-1039
gehörte das „Kloster Solarn“ nach Geisenfeld
im 11.Jh. dürfte die erste Stein-Kirche in Sollern errichtet worden sein. Von einer romanischen dreischiffigen Basilika sind Überreste erhalten, ebenso wie gotische Mauerreste. Sie wurden bei mehreren Sanierungen gefunden und dokumentiert. 
1356 Erwähnung eines „Jakob der Hinzenhauser“
1437 Niklas von Abensberg erwirbt Sollern samt Vogtei
1446 Brandschäden und Plünderungen im 30-jährigen Krieg
1458 Sollern wird an die Herren von Hechsenagger verkauft danach Weiterverkauf an die Muggenthaler.
1698-1717 Neubau der barocken Pfarrkirche auf Resten einer mittelalterlichen Vorgängerkirche; Innenausstattung und Altäre erfolgten um 1735
1702 Gründung der Skapulierbruderschaft „Unserer Lieben Frau vom Berge Carmel“
1859 gehörten noch folgende Orte, Weiler und Einödhöfe zur Pfarrei Sollern: Althexenagger, Berghausen, Blumental, Hanfstinglmühle, Hattenhausen, Kollerhof, Neuenhinzenhausen, Racklhof, Viehhausen, Viermühlen, Altmannstein, Landerhof, Schermühle, Mendorf, Biber und Steinsdorf
1876-1878 Erneuerung des Pfarrhofes mit landwirtschaftlichen Gebäuden
1901 Renovierung der Pfarrkirche und Einbau einer Kirchenorgel
1925 Errichtung der Marienkapelle im Liebfrauental durch Herrn F.X. Betschart
1929 Eingliederung der Gemeinde Sollern in die Gemeinde Neuenhinzenhausen
1948 Weihe der 4 neuen Glocken; Stifter Familie Josef Wagner, Neuenhinzenhsn.
1959-1961 Innenrenovierung der Pfarrkirche
1964 Einweihung der neuen Orgel
1972 Eingliederung der Gemeinde Neuenhinzenhausen in den Markt Altmannstein
1978 Außenrenovierung der Pfarrkirche und Anschaffung einer automatischen Turmuhren- und Läute-Anlage
1978 gründliche Sanierung des Friedhofes
1978 Abbruch der landwirtschaftlichen Gebäude auf dem Pfarrhof-Grundstück
1979 Einbau einer Bankstrahler-Heizung
1980 Errichtung der neuen Marienkapelle im Liebfrauental durch Gartenbauverein
1982 Die in Holzbauweise gebaute Marienkapelle brennt am Pfingstsamstag nieder.
1983 Die Marienkapelle wird in Massiv-Bauweise wieder aufgebaut. 
1982-1984 Erweiterung des kirchlichen Friedhofes 
1995-1997 Generalsanierung und Umbau des historischen Pfarrhofes
1997 letzte Dekanatswallfahrt des Dekanates Riedenburg mit Bischof Mixa
2000-2002 Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche
2002 300-Jahr-Feier der Skapulier-Bruderschaft
2010 Die Pfarrei Sollern gehört jetzt zum Pfarrverband Altmannstein.
2016 Renovierung und Neueindeckung der Kirchhof- und Friedhofmauer
2017 Neupflasterung des kirchlichen Friedhofes
2020 Sanierung des Leichenhauses
2021 Überholung und Erweiterung der Kirchenorgel in Planung


Bruderschaft in Sollern
Skapulier-Bruderschaft


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