Antonius-Bruderschaft

Die Verehrung des Heiligen Antonius hat in Tettenwang eine lange Tradition. Die Antonius-Bruderschaft wurde bereits im Jahr 1750 von Pfarrprovisor Georg Hummer gegründet. Durch die Bruderschaft erbat man sich Hilfe in einer schweren Zeit. Ein historisches Einschreibebuch aus dem Jahr 1840, das bis heute weitergeführt wird, zeugt von jahrhundertlangem Brauchtum. Das Fest hat in Tettenwang einen bedeutenden Stellenwert. Die Pfarrkirche im Ort ist eigentlich dem Heiligen Bartholomäus geweiht, dessen Patrozinium am 24. August gefeiert wird. Doch das Antonius-Bruderschaftsfest, das jedes Jahr um den 13. Juni gefeiert wird, scheint wegen seiner Bedeutung schon fast der eigentliche „Kirta“ zu sein. Der Feiertag beginnt jedes Jahr mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche und wird mit einer Andacht beendet, in der das Gelöbnis erneuert wird und gegebenenfalls neue Mitglieder aufgenommen werden. 

Antonius-Bruderschaft

Die Kollekten, die an diesem Tag gesammelt werden, kommen hilfsbedürftigen Familien mit verschiedenen Schicksalsschlägen oder gemeinnützigen Organisationen der Region zugute. Als Bruderschaftsmitglied wäre zu erfüllen: Der Besuch des Festgottesdienstes mit Anhörung der Predigt, der feierlichen Andacht mit Aussetzung des Allerheiligsten und die Erneuerung des Gelöbnisses. Außerdem sollte ein tägliches „Vater unser“ und ein „Ave Maria“ mit dem „Ehre sei dem Vater“ und dem Beisatz „Heiliger Antonius, bitte für uns“ gebetet werden. Zur Erinnerung soll jedes Mitglied ein Bild des Hl. Antonius im Gebetbuch oder im Haus aufbewahren. Momentan hat die Antonius-Bruderschaft rund 60 Mitglieder, Neue sind jeder Zeit herzlich Willkommen und können sich bei Interesse bei Pfarrgemeinderat Michael Bogenberger melden.


Hier finden Sie die Geschichte vom Heiligen Antonius der Große, der als Einsiedler in der Wüste teuflischen Versuchungen widersteht und zum Leitbild des Mönchtums wird, ist eine Schlüsselfigur des frühen Christentums. Peter Gemeinhardt erzählt anhand der zahlreichen antiken Quellen das über hundert Jahre währende Leben des Heiligen und zeigt, warum dieses Urbild eines Asketen gerade in der Moderne so viele Schriftsteller und Künstler inspiriert hat.
Kaum ein antiker Christ hat seine Zeitgenossen so fasziniert wie Antonius (um 250 – 356). Das Leben des ägyptischen Eremiten ist ein Fenster zu einer fremden und fernen Welt, in der das Christentum eine Religion neben anderen war, von inneren Kämpfen zerrissen, von römischen Kaisern grausam verfolgt und auf der Suche nach einem Weg, als Christ in der Welt – oder an ihren Rändern – den Glauben zu leben. Peter Gemeinhardt rekonstruiert das Leben des Heiligen von seiner Kindheit in Mittelägypten über den langen Rückzug in die Wüste bis zu seinem Tod im gesegneten Alter von 105 Jahren. Er beschreibt seine Lehre vom eigenen Rhythmus der Seele, den es zu finden gilt, und geht den zahlreichen Bildern und Legenden rund um Antonius nach, von der Verehrung als “Mönchsvater” im Mittelalter bis zu den surrealistischen Visionen seiner Versuchungen im 20. Jahrhundert.