Wie aus verschiedenen Aufzeichnungen zu entnehmen ist, waren zur Einführung der Bruderschaft zu Ehren des heiligen Josef in Mendorf einige Hürden  zu überwinden. 

Im Jahre 1680 hatte der damalige Besitzer des Schlosses Sandersdorf, Dominikus Freiherr von Bassus, der am 15. August 1704 verstorben ist,  die Idee in der Schlosskapelle, die auf dem Namen des heiligen Josef geweiht ist, eine  „Bruderschaft zu Ehren des  heiligen Josef“ einzuführen. Der  Baron trug den Wunsch dem Oberhirten in Regensburg vor. Dieser beauftragte den zu jener Zeit in der Pfarrei Schamhaupten wirkenden Hochw. Herrn Pfarrer Friedrich Carls, zur Abgabe eines Gutachtens. Darauf erbat sich der Geistliche am 29. Januar 1680 vom Besitzer nähere Ausführungen über seine geplante Gründung. In einen Brief vom 2. März 1680 beantwortete der Baron, die für den Pfarrer wichtigen Fragen zur Beantwortung der  Stellungnahme an das Ordinariat. In vier  Punkten erläuterte Pfarrer Carls seine Bedenken gegen die Einführung der Bruderschaft. Mit  dem Datum vom 27. März 1680 erhielt dann Dr. Bassus vom Ordinariat Regensburg die Ablehnung seines Antrages mit der Begründung, dass die Schlosskapelle nur eine Privatkapelle für die Schlossbewohner sei und auch der verhältnismäßige beschränkte Raum der Kapelle der beabsichtigten Ausdehnung der Bruderschaft auch auf die weitere Umgebung dann hindert im Wege stehe. Da der Freiherr an seinem Plan der Gründung der Bruderschaft aber festhielt, trachtete er danach, eine derartige in der Benefiziumskirche Sankt Leodegar, in seiner Hofmark Mendorf einzurichten.  Mit seinem am 31. März 1682 an Pfarrer Lucas Rösle und Kirchenvorstand von Sollern gerichteten Brief, denn das Benefizium Mendorf gehörte damals wie heute zur Pfarrei Sollern, konnte er einen großen Fürsprecher für sein Vorhaben gewinnen. Dieser erkannte den großen Nutzen einer solchen Bruderschaft an. Er nahm die Initiative des Barons auf und schrieb mit Datum vom 27. April 1682 an den H.H. Bischof Albert Sigismund, Herzog von Bayern in Regensburg. Dieser  richtete an  dem Heiligen  Stuhl in Rom die Bitte, die canonische-kirchenrechtliche-  Errichtung einer Sankt Josef Bruderschaft in Mendorf zu genehmigen. Am 20. Oktober 1682 gab  Papst Innocenz XI.in einem Breve- päpstlicher Erlass in einfacherer Form-die Erlaubnis zur Einführung der Bruderschaft. Am gleichen Tage bewilligte er in einem weiteren Dokument die Ablässe. Um die Bruderschaft in einem feierlichen Gottesdienst in Kraft setzen zu können, mussten von der Kirche noch größere Aus-gaben für Paramente und Kerzen aufgebracht werden. Da der  Initiator Freiherr von Bassus das alleine nicht leisten konnte, half ihm seine Verwandte Frau Maria Anna Lossius geb. Rath, aus Ingolstadt mit einer Stiftung von 1500 Gulden und Landschaftsbriefe, dessen Zinsen dem Fortbestand der Bruderschaft sichern sollte, aus. In einem Stiftungsbrief schreibt sie in fünf Punkten, die an die Stiftung gebundenen Forderungen nieder. Nun konnte das bischöfliche Ordinariat Regensburg die Zustimmung zur Einführung der Bruderschaft geben. Pfarrer Johannes Franziskus Waibl von Sollern bestimmte als Tag der feierlichen Einführung den 22.Oktober 1684. Hochw. Pfarrer Waibl (gest. 15. April1698) zelebrierte das feierliche Hoch-amt. Pfarrer Rösle, dem Befürworter der Bruderschaft , war es nicht mehr vergönnt, diesen Freudentag mitzuerleben. denn er starb bereits am 17. Januar 1684. Die Josephi-Bruderschaft zu Mendorf wurde dann vom Beginn bis zum Jahre der Neuordnung 1867  von einem Bruder-schaftsrat,  dem Personen aus allen Ständen und Schichten angehörten, geleitet. Im Rahmen der Reorganisation der Bruderschaft im Jahre 1867 wurde der Bruderschaftsrat abgeschafft und durch eine Satzung mit allen Aufgaben der Bruderschaft ersetzt. Die  vielen Seiten von Namen der Mitglieder in den Büchern der Bruderschaft wird von den Stifter der Bruderschaft Freiherr Dominikus von Bassus, seiner Frau, der Zustifterin Maria Anna Lossius und den Verwandten des Barons angeführt. Dass das Bruderschaftsfest alle Jahre in Mendorf ein großes Ereignis war, das beweisen die Zahlen der Mitglieder. So sind bis zum Jahre 1779, dem 95. Jahr des Bestehens, 10.000 Namen von Mitgliedern  in den Büchern vermerkt . Doch im Jahre 1854 musste der damalige Benefiziat Dominikus Schuhgraf kräftig die Werbe-trommel rühren, um die Bruderschaft zu erhalten.  Zur Zeit pendelt sich die Mitgliederzahl mit ihren Abgängen –  vor allem durch die Sterbefälle- und -Zugänge durch die Erstkom-munionkinder-wenig Erwachsene-  die Zahl um die 500 herum ein. Seit der Feier des 325-jähreigen Jubiläums des Bestehens der Bruderschaft-der ältesten Sankt Josef-Bruderschaft in der Diözese Regensburg im Jahre 2009, gibt es bei der all jährlichen Vorbereitung des Festes in Mendorf ein Novum. Der  Benefiziumsrat führte damals vor dem Fest eine Novene ein und hat diese  neuntägige Andacht bis heute beibehalten. An jedem, der neun Tage, sind die Kinder eine viertel-  und die Erwachsenen eine halbe Stunde zu einer Andacht mit Gebeten, Meditation, Litanei und Liedern eingeladen, um das Leben des heiligen Josef zu betrachten und zu ihm um seine Fürsprache zu beten. Das Josefi-Bruderschaftsfest wird dann am Samstagabend  mit einer Vorabendmesse und am Sonntag mit einem Festgottesdienst,  einer Andacht mit Neuaufnahme der Mitglieder und einer anschließenden Prozession mit dem Allerheiligsten durch den Ort gefeiert.