Geschichte der Skapulier-Bruderschaft  „Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel“

Nach Bemühungen des damaligen Pfarrers von Sollern, H.H. Johann Georg Spring in Khlee wurde die Skapulier-Bruderschaft am Sonntag nach Mariä Geburt (8. September) im Jahr  1702 feierlich eingeführt. Pfarrer Spring in Khlee war von 1702 bis zu seinem Tod 1742  Pfarrer in Sollern.
„Die Einführung der Skapulierbruderschaft in Sollern sei dem Seelenheil der Gläubigen sehr  förderlich und der Ehre der Mutter Gottes, der Patronin Bayerns sehr geziemend.“ Am ersten „Skapulierfest“ ließen sich 550 Gläubige in die Bruderschaft aufnehmen. Das „Skapulier“, das jedes Bruderschaftsmitglied bei der Aufnahme erhält, besteht aus zwei  rechteckigen Stoff-Stücken, die mit Bändern verbunden über die Schulter gelegt werden. Es symbolisiert den Schutzmantel Mariens.

Das erste Bruderschafts-Buch der Jahre 1702 bis 1777 ist leider nicht mehr vorhanden. Aus dem zweiten Buch (1778 bis 1957) geht hervor, dass seit der Gründung bis in die heutige Zeit weit über 10.000 Gläubige aus der näheren und weiteren Umgebung der  Bruderschaft beigetreten sind.  Die Anzahl der Gläubigen war in früheren Zeiten so groß, dass die drei Beichtstühle in der  Kirche nicht ausreichten und deshalb vier weitere Beichtstühle in die Kirchhofmauer  eingebaut wurden. Diese Beichtstühle sind heute noch erhalten. Zur Zeit hat die Skapulier-Bruderschaft Sollern über 200 Mitglieder.
In den Jubiläums-Jahren 1802, 1902 und 1952 fanden jeweils große Feierlichkeiten statt.  Anlässlich des 300-jährigen Bestehens im Jahre 2002 wurde eine prächtige  Bruderschafts-Fahne angeschafft.
Das Skapulierfest wird immer an einem Sonntag Mitte Juli gefeiert.  Neben dem  Festgottesdienst am Vormittag werden bei der Nachmittags-Andacht die neuen Mitglieder  aufgenommen und es wird der verstorbenen Mitglieder gedacht. Zum Abschluss findet eine  feierliche Prozession durch den kleinen Ort statt.